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Dipl.-Ing. Architekt
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Energie sparen lohnt sich doppelt: Neben den sinkenden Heizkosten können Besitzer von Wohngebäuden bei Energieberatung, Dämmung und Heizungsumrüstung von den Förderinstrumenten profitieren, die die Bundesregierung zur Verfügung stellt.



Vielfältige Förderung für Energiesparmaßnahmen



Eisbär

Verbesserte Förderung durch die KfW

Unter der Bezeichnung "KfW-Effizienzhaus" fördert die KfW Energiespar-Maßnahmen. Bei Wohngebäuden werden verschiedene Förderstandards für Neubau und Sanierung angeboten. Die Konditionen sind 2020 so günstig wie seit langem nicht mehr:

In der Kreditvariante werden energiesparende Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden, für die vor 1995 der Bauantrag gestellt wurde, mit Zinssätzen unter den marktüblichen Prozentwerten gefördert. Für die ersten 10 Jahre der Kreditlaufzeit beträgt der Effektivzins nur 0,75 %. Zudem wird ein "Tilgungszuschuss" gewährt, d.h. ein Teil der zurückzuzahlenden Darlehenssumme wird erlassen.

  • "KfW-Effizienzhaus", Programm 151: Wenn das Haus als ganzes das energietechnische Niveau eines Neubaus erreicht oder übertrifft, beträgt der Tigungszuschuss 25 bis 40 %. Der Prozentsatz bemisst sich nach dem Verhältnis der erreichten Energiekennwerte zu den Anforderungen an einen Neubau mit gleichen Abmessungen. Der maximale Kreditbetrag beträgt 120.000 ¤ pro Wohneinheit.

  • Folgende Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung werden im Programm 152 gefördert, wenn ein höherer Wärmeschutz erreicht wird, als von der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben:

    • ▫ Wärmedämmung von Wänden, Wärmedämmung von Dachflächen und Geschossdecken

    • ▫ Erneuerung der Fenster und Außentüren

    • ▫ Anschluss der Heizungsanlage an Fernwärme

    • ▫ Optimierung bestehender Heizungsanlagen

    • ▫ Einbau einer Lüftungsanlage 

Auch bei Einzelmaßnahmen gibt es einen "Tilgungszuschuss", er beträgt hier 20 %. Die Höchstgrenze des Kredits beträgt 50.000 ¤ pro Wohneinheit.

  • Auch zur Finanzierung von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien wird von der KfW, ergänzend zu den Zuschüssen des BAFA, eine günstige Kreditfinanzierung angeboten (Programm 167).

Wenn keine Kreditfinanzierung vorgesehen ist, bietet die KfW im Programm 430, als Ausgleich zur Zinssubventionierung, für Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen auch eine reine Zuschussvariante für Einzelmaßnahmen und Gesamtsanierungen an. Die Zuschüsse sind genauso hoch wie die Tilgungszuschüsse in der Kreditvariante.

Die Umstellung der Heizung auf einen Brennwertkessel ohne Nutzung erneuerbarer Energie wird seit 2020 von der KfW nicht mehr gefördert.

Im Programm 153 wird der Neubau von energiesparenden Wohnhäusern gefördert. Der Effektiv-Zinssatz beträgt auch hier 0,75 % für maximal 120.000 ¤ pro Wohneinheit. Für das "Effizienzhaus 55" und "Effizienzhaus 40", bei denen die Standard-Anforderungen um ca. 25 bzw. 45 % übertroffen werden, wird auch hier ein Tilgungszuschuss von 15 bzw. 20 % gewährt. Beim "Effizienzhaus 40 Plus", das über eine Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verfügt, erhöht sich der Tilgungszuschuss auf 25 %.

Das Programm 153 ist auch anwendbar, wenn bisher unbeheizte Gebäude oder Gebäudeteile zu Wohneinheiten ausgebaut werden.

Auch bei energetischen Sanierung von Nichtwohngebäuden bietet die KfW in Kombination mit Krediten Tilgungszuschüsse von 20 bis 27,5 % an, hier ist jedoch eine flächenbezogene Obergrenze gesetzt.

Förderung der "Baubegleitung" im Programm 431:

Damit Sie bei der Realisierung Ihrer Sanierung oder Ihres Neubaus fachkundige Unterstützung bekommen, und Energie-Einspareffekte sichergestellt werden, knüpft die KfW bei Wohngebäuden ihre Förderung an eine "Baubegleitung". Damit ist die Planung der energetisch relevanten Details, die Unterstützung bei der Auswertung der Angebote und die Kontrolle kritischer Punkte bei der Bauausführung gemeint. Hierfür zahlt die KfW einen Sonderzuschuss: Im Programm 431 werden Architekten- und Ingenieurleistungen im Rahmen von KfW-geförderten Energiesparmaßnahmen oder Neubauvorhaben zu 50 % übernommen (Obergrenze 4.000 ¤). Hier ist der energiepunkt Ihr qualifizierter Ansprechpartner.

Unser Tipp: Energiespar-Maßnahmen sollten -unabhängig davon, ob im Antragsverfahren ein Sachverständiger eingeschaltet werden muss- stets hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit individuell geprüft werden. Oft sind Detailfragen zu klären, und eine Prüfung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses ist vor einer größeren Investition immer sinnvoll. In diesen Fällen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Oft können schon bei einem Ortstermin wichtige Fragen geklärt werden.


Zuschüsse im BAFA-Förderprogramm für Erneuerbare Energien erhöht

Die Erneuerung von Heizungen unter Nutzung von erneuerbaren Energien wird seit Anfang 2020 vom  Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz: BAFA) gefördert, zu folgenden Konditionen:

  • 30 % Zuschuss bei

    • Solarkollektoranlagen: zur ausschließlichen Warmwasserbereitung ab 3 m2 Kollektorfläche und 200 Liter Speichervolumen, bei Anlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ab 9 m2 Kollektorfläche und 40 l/m2 Pufferspeicher (für Vakuum-Röhrenkollektoren gelten abweichende Anforderungen). Im Neubau von Mehrfamilienhäusern werden Solaranlagen ab 20 m2 Kollektorfläche gefördert.

    • Einbau eines Gas-Brennwertkessels, wenn gleichzeitig eine ausreichend große Solaranlage zur Heizungsunterstützung eingebaut wird. Dies kann auch innerhalb von 2 Jahren nach dem Einbau des  Kessels nachgeholt werden,dann beträgt der Zuschuss hierfür aber nur 20 %.

  • 35 % Zuschuss bei

    • mit Holz befeuerten Heizkesseln oder Öfen, die in das Heizsystem eingebunden sind

    • effizienten Wärmepumpen, wenn mindestens folgende Jahresarbeitszahlen erreicht werden: 3,5 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen bzw. 3,8 bei Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (4,0 bei Nichtwohngebäuden). Gasbetriebene Wärmepumpen müssen eine JAZ von 1,3 oder besser haben. Auch im Neubau werden Wärmepumpen gefördert, jedoch nur unter relativ hohen Anforderungen.

  • Der Zuschuss erhöht sich bei den geförderten Heizkesseln und Wärmepumpen um 10 %, wenn ein Öl-Heizkessel ersetzt wird.

Auch bei BAFA-geförderten Maßnahmen wird die Baubegleitung mit gefördert, hier gelten jeweils die gleichen Fördersätze wie für die Anlage selbst.


BAFA-Förderprogramm für die Heizungsoptimierung

Auch wenn der Heizkessel nicht erneuert wird, kann die Energieeffizienz bei der Wärmeversorgung gesteigert werden, indem etwa moderne, hocheffiziente Pumpen eingebaut werden, oder ein hydraulischer Abgleich der Heizanlage durchgeführt wird, damit die Wärme im Gebäude optimal verteilt wird. Diese Maßnahmen werden vom BAFA mit 30 % der Nettokosten (entspricht gut 25 % der Bruttokosten) gefördert.

Eine gleichzeitige Förderung durch die KfW im Programm 430 ist nicht möglich. Bei der KfW sind zwar die Konditionen etwas schlechter, dafür werden aber weitergehende Maßnahmen, etwa der Austausch von Heizkörpern u.dgl. gefördert.


Zuschüsse zur Energieberatung

Vom BAFA ebenfalls bezuschusst wird die "Energiesparberatung vor Ort" für Wohngebäude. Der energiepunkt ist vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als Energieberater zugelassen (Mehr dazu). Die Richtlinien des BAFA für die Energiesparberatung finden Sie hier.

Die Energieberatung ist der erste Schritt für Ihre Sanierung. Seit Februar 2020 hat das BAFA die Förderung der "Energieberatung vor Ort" kräftig angehoben: Dies ist ein standardisiertes, qualitätsgesichertes Verfahren, mit dem für Wohngebäude ein "Fahrplan" für Sanierungsmaßnahmen ausgearbeitet wird, mit denen der energietechnische Standard eines Neubaus erreicht wird. Es wird ein ausführliches Gutachten erstellt. Dabei wird untersucht, welche Maßnahmen mit positivem Kosten-Nutzen-Verhältnis Energie einsparen. Auch über die aktuellen Fördermittel und Boni wird informiert.Der Beratungsbericht muss anbieterneutral sein und wird vom BAFA geprüft.

Das BAFA übernimmt 80 % der Beratungskosten:

  • bei einem Ein- oder Zweifamilienhaus bis zu einem Maximalbetrag von 1.300 Euro.

  • Bei einem Wohnhaus mit mindestens drei Wohneinheiten liegt der Höchstbetrag bei 1.700 Euro.

  • Wenn die Beratung für eine Eigentums-Wohnanlage erstellt wird, wird ein Sonderzuschuss für die Erläuterung des Gutachtens vor der Eigentümergemeinschaft oder dem Beirat gezahlt.

Damit liegt der vom Auftraggeber zu übernehmende Kostenanteil in der Höhe, wie ein Energieausweis mit einer reinen Zustandsfeststellung.

Wir sind vom BAFA für die geförderte Energieberatung vor Ort zugelassen. Fordern Sie ein unverbindliches Angebot an !


Altersgerecht und einbruchsichernd Umbauen wird gefördert

Die KfW fördert Modernisierungs­maßnahmen, mit denen Sie Barrieren reduzieren, Ihren Wohn­komfort erhöhen oder in Einbruch­schutz investieren. Hiervon können alle Altersgruppen profitieren: Mit Krediten im Programm 159 oder (bei Ein-und Zweifamilienhäusern) Zuschüssen im Programm 455 werden Umbaumaßnahmen gefördert, die es älteren Menschen ermöglichen, möglichst lange in der gewohnten Umgebung zu verbleiben, oder behinderten oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen oder Familien mit Kindern zugute kommen. Für die von der KfW empfohlene Beratung durch einen Architekten sind wir Ihr Ansprechpartner.

Beim Einbau einbruch­hemmender oder ­barriere­armer Fenster, Balkon- und Terrassen­türen verweist die KfW auf die Programme 152 bzw. 430 zum Energie­effizient Sanieren - in diesem Fall führen wir die dabei verlangte Baubegleitung durch.


Wissenwertes zur EnEV

Am 1. Mai 2014 ist die novellierte Energieeinsparverordnung in Kraft getreten, und seit 1.Januar 2016 sind die Anforderungen nochmals verschärft:

Erweiterte Verpflichtung zum Energieausweis

Verkäufer und Vermieter müssen den Energieausweis künftig immer vorlegen, wenn Mieter eine neue Wohnung besichtigen - bisher war dies nur auf Verlangen erforderlich. Auch in Immobilienanzeigen müssen die Kennzahlen des Energieausweis mit angegeben werden. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Verpflichtung zum Austausch von Heizkesseln

Diese Verschärfung ist eher moderat: Sie betrifft weder Niedertemperatur- und Brennwert-Heizungen, noch Ein- und Zweifamilienhäuser, in denen am Stichtag 1. Februar 2002 mindestens eine Wohnung vom Besitzer selbst bewohnt wurde. Für alle anderen gilt jedoch, dass Öl- und Gasheizkessel nach 30 Jahren ersetzt werden müssen.

Dachbodendämmung: Mindestwärmeschutz ist Pflicht

Auch die Nachrüstverpflichtung zur Dachbodendämmung wurde mit der EnEV 2014 neu geregelt:

  • Oberste Geschossdecken -also Decken beheizter Räume, die an ein unbeheiztes Dachgeschoss angrenzen, müssen gedämmt werden. Ausgenommen sind Decken, die die Anforderungen an den "Mindestwärmeschutz" nach DIN 4108 erfüllen. Die vorhandene Dämmschicht muss dazu ca. 5 cm dick sein, es ist aber der gesamte Deckenaufbau mit den verbauten Materialien zu berücksichtigen. Im Zweifelsfall erstellen wir für Sie eine genaue Berechnung.

  • Die EnEV-Forderung gilt auch als erfüllt, wenn das Dach darüber gedämmt ist. Hiervon kann ausgegangen werden,wenn eine Dämmschicht von 10 cm oder mehr vorhanden ist. Auch hier können wir prüfen, ob eine nachträgliche Dämmung erforderlich ist oder nicht.

Auch von dieser Regelung sind Hausbesitzer ausgenommen, die zum Stichtag 1. Februar 2002 in ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben.


Anforderungen beim Neubau

Über die mit der EnEV verbundenen Anforderungen an Dämmung und Heiztechnik eines Neubaus sollten Sie sich schon in einem frühen Planungsstadium informieren - wir beraten Sie gern.

Außerdem müssen Neubauten einen Teil ihrer Wärme aus erneuerbare Energien beziehen. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) schreibt verbindlich den Einsatz von Solaranlagen, Wärmepumpen oder Biomasseheizungen vor. Alternativ kann die Wärmedämmung soweit verbessert werden, dass der Energiebedarf des Hauses um 15 Prozent unter den gesetzlichen Anforderungen liegt.

Gut beraten ist, wer rechtzeitig vor Baubeginn einen Energieberater hinzuzieht. Wir erarbeiten eine auf Ihr Gebäude maßgeschneiderte, energietechnisch und wirtschaftlich optimale Lösung, und erstellen natürlich auch die beim Bauantrag vorzulegenden Nachweise.

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